Samstag, 8. März 2014

Stress.

Die letzten drei Wochen glichen irgendwie einer Zugfahrt, bei der man keine Chance hat, auszusteigen. Es gab verschiedensten Stress, positiver als auch negativer Natur, so dass mir zum Schreiben kaum Zeit, genauer keine Muße, blieb. Stress, Stress, Stress.
Stress den ich mir selber gemacht habe: Einschreiben für ein berufsbegleitendes Studium in meinem zarten Alter, inclusive einem schriftlichem und einem mündlichen Auswahlverfahren in Potsdam. Familienaufstellung (hui) im Rahmen einer Weiterbildung. Und Laufen obendrein, obwohl davon in den letzten Wochen allerdings kaum die Rede sein kann. Dazu Stress, den ich nicht zu verantworten aber auszubaden hatte. Stress auf Arbeit eben und davon nicht zu wenig. Dazu der übliche Alarm zu Hause, inclusive 5 Tage alleine mit meinen zwei Knirpsen, da meine Frau zu ihrer Familie musste. Ich sagte ja: Stress, Stress, Stress. Und nun ist der Stress vorbei, aber ich fühle mich immer noch gestresst. Mich erinnert das irgendwie  an eine lange Zugfahrt. Auch nachdem man dem Zug entstiegen ist, hat man Abends im Bett das Gefühl, man würde noch Zug fahren. Aber irgendwann gibt sich das Gefühl..
Aber der Stress hatte ja auch sein gutes. Ich darf nochmal studieren. Das bringt natürlich was? Na klar, Stress. Ich überlege derweil, wie ich mit dem Stress, der mir Laufen macht, umgehe. Um ehrlich zu sein, ich habe in den vergangenen Tagen auch schon mal daran gedacht, mich erstmal vom ambitionierten Laufen zu verabschieden. 3 bis 4 mal die Wochen Joggen eben. Aber irgendwie bringe ich das nicht. Aber so weiter gehen wie die letzten Jahre soll es auch nicht. Ich hatte sehr lange nicht mehr das Gefühl, vor Energie zu strotzen. Ein guter Marathon liegt eine Weile zurück, ebenso andere gute Ergebnisse. Ich kann nicht behaupten, dass sich das, was ich die letzten 4 Jahre investiert habe, ausbezahlt hat. Vermutlich habe ich sogar zuviel investiert, mich permanent an der Grenze zum Zuviel bewegt. Was nützen einem regelmäßig 120 und mehr Kilometer, wenn man dauernd müde ist, nur noch ans Essen denkt und daran, wie man seinen Kilometer in die vollgepackte Woche steckt? Klar, je mehr Kilometer desto besser. Aber es muss auch zum persönlichen "Workload" passen. Ich bin eben kein begnadeter Läufer, der für seine Passion Sposonrengelder an Land zieht und nach dem Training die Beine hochlegen kann bis zum nächsten Training. Ich bin voll berufstätig, Vater von zwei Jungen Kindern und so manch anderes noch, alles neben dem Laufen.

Ich werde hier etwas umstellen. Umstellen müssen. Zuerst mal muss ich mir jedoch eingestehen, dass eine Zeit von deutlich unter 9 Stunden bei den 100 km im Mai nicht realistisch ist. Mir fehlen Kilometer und ich habe zuviele Kilos auf den Rippen. Also ist das Ziel neu definiert: eine Zeit unter 9 Stunden ist in Ordnung, ich werde nicht das Optimum rausholen können. Die Frage ist, wie geht es dann weiter? Mir schwebt ein Modell mit 5 Lauftagen die Woche vor: einmal Lang, zweimal Tempo, einmal Mittellang und einmal Beine ausschütteln. Klingt nicht revolutionär, aber ich vermute und hoffe, das passt besser in meinen Alltag, ohne für eines noch mehr zu sorgen: Stress!

Kommentare:

  1. Hi Chris, bitte nicht vergessen: es soll ein Hobby sein und Spaß machen! Ich war vor einigen Jahren mal in einer ähnlichen Situation, wenn auch ohne Kinder, und ich habe damals "nur" für meinen zweiten Marathon trainiert. Nachdem ich 8 Wochen vorher anstatt der geplanten 23 km kaum 7 km laufen konnte war meine Entscheidung klar, und ich habe mich von der M-Strecke auf den HM umgemeldet. Das ging damals in Köln noch sehr gut.
    Warum auch immer - aber diese Entscheidung, auch wenn sie schwer war, hat mir auch für meine weiteren Baustellen im Leben geholfen, ich habe zwei wichtige Entscheidungen treffen können und konnte locker für den HM trainieren. Es war, als ob damals ein Stein von mir abgefallen ist. Ich hoffe, dir geht es mit deiner Entscheidung für dein weiteres Training ähnlich.
    Alles Gute & liebe Grüße, Katrin

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  2. Danke für die aufbauenden Worte, Katrin!

    Ich habe gestern die Kopfnotbremse gezogen und die 100 km von Husum für mich abgeblasen. Es fällt mir sehr schwer, aber ich merke heute schon, wie erleichternd diese Entscheidung ist. Ich werde mich nun mit deutlich weniger Aufwand für einen 10er in meiner Heimatstadt vorbereiten und versuchen, an alte Zeiten anzuknüpfen, und dann sehen, wohin es mich im Herbst treibt.

    Sonnige Grüße,
    Chris

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  3. Ich kann dich verstehen, das war sicherlich die richtige Entscheidung. Genauso ging es mir damals auch.
    Es gibt für alles die richtige Zeit - und sie kommt auch wieder. Nur es geht eben nicht alles zusammen, genauso wie du es in deinem neuesten Beitrag geschrieben hast.

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  4. Danke, Katrin! Dein erster Kommentar hat mich sehr zum Nachdenken bewegt ;-) und mich versöhnlich gestimmt!

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